MATINEE SAITEN UND SEITEN
City Vinothek Kellerei Meran, Lauben 218 Portici Meran
Sonntag 4. Mai 2025, 10:00 – 12:00 Uhr
Duo Lamorniana, Lamorna, Cornwall, UK
präsentieren Klassisches für Viola und Klavier
Norbert Weickenmeier, München/Meran
liest aus seinem Roman „ARCHITEKTUR DER EROSION“
10:00 – 10:45 Uhr
Begrüßung Monika Weickenmeier
Danksagung Gabi Janssen-Pizzeco
Franz Schubert (1797 – 1828)
„Die Post“ aus „Winterreise“, op. 89, D 911
Antonín Dvořák (1841 – 1904)
„Lied an den Mond“ („Měsíčku na nebi hlubokém“) aus „Rusalka“, op. 114
Lesung
Ennio Morricone (1928 – 2020)
„Gabriels Oboe“ aus „The Mission“
Edward Elgar (1857 – 1934)
Chanson de Matin, op. 15 no 2
Salut d‘amour, op. 12
10:45 – 11:15 Uhr
PAUSE
11:15 – 12:00 Uhr
Arvo Pärt (*1935)
Fratres
Lesung
Carl Maria von Weber (1786 – 1826)
Andante e rondo ungarese, op. 35
12:00 – 15:00
Besichtigung der Kellerei unter dem Vortragssaal
Sektempfang mit kleinen Südtiroler Spezialitäten
Zur Musik: Die musikalische Umrahmung dieser Matinee stellt aus Sicht
der Programmauswahl eine schöne Herausforderung dar. Die vordergründigen
Themen Liebe und Tod, die in „Architektur der Erosion“ eine bestimmende
Rolle spielen, sind auch der Musikwelt nicht fremd.
Dazu passt der Beginn mit Franz Schuberts „Die Post“ aus seinem Liederzyklus „Die Winterreise“; der Erzähler hält mit sich selbst Zwiesprache
während er auf einen Brief seiner Geliebten wartet, der nie eintreffen
wird.
Die Arie „Měsíčku na nebi hlubokém“ (oder auch „Lied an den Mond“) der
traurigen Nixe Rusalka ist so berühmt wie Antonin Dvořáks gleichnamige,
wunderbar bildhafte Oper.
Durch unglaublich starke Bilder ist auch der Film „The Mission“ bekannt
– fast noch bekannter ist die Filmmusik von Ennio Morricone – hier konkret „Gabriels Oboe“.
Eine kleine Verbeugung vor unserer neuen Heimat Cornwall ergibt sich mit
Edward Elgars musikalischen Liebesbriefen an seine Frau Alice, „Chanson
de Matin“ und „Salut d’amour“.
Nach der Pause folgt „Fratres“ des estnischen Komponisten Arvo Pärt.
Fratres, „Brüder“ gilt als „hypnoti-sierende Variationen über ein
sechstaktiges Thema, die hektische Aktivität und erhabene Stille kombinieren und Pärts Beobachtung, dass „der Augenblick und die Ewigkeit in
uns kämpfen“, auf den Punkt bringen“.
Und an der Schwelle zwischen Klassik und Romantik steht Carl Maria von
Webers „Andante e Rondo ungarese“.
Am Ende wird sich mithilfe des Protagonisten Felix von Weiden zeigen,
dass die stärkste Erosion nicht die enge Verbindung der beiden wunderbaren Künste Architektur und Musik auslöschen kann.
Zum Buch: Freiberufliche Architekten haben es schwer. Das „selbst“ und
„ständig“ Arbeiten, die tägliche
Selbstausbeutung also, ist uferlos. Die permanente Sorge, die Arbeit
könnte ausgehen, führt dazu, dass
immer mehr Arbeit auf dem Tisch liegt, als man bewältigen kann. Und oft
genug zieht auf diese Weise hart erarbeiteter Erfolg noch mehr Erfolg
nach sich, der dann die Selbstausbeutung vorantreibt.
Felix von Weiden ist so ein freiberuflicher Architekt, sechzig Jahre alt
und auf dem Höhepunkt seiner Karriere mit großem Büro in München. Die
Nachfrage nach seinen Planungen ist hoch, Prämierungen treiben ihn zusätzlich an – der ständige Einsatz hat sich gelohnt, aber der Erfolg
fordert seinen Tribut. Nach vielen Berufsjahren ist er gesundheitlich
angeschlagen, erst ein Tinnitus, kurz darauf unerwartet ein Herzinfarkt.
Ein Erosionsprozess setzt ein, die geliebte Arbeit wird plötzlich zur
Last, das wenige Privatleben bleibt zum Leidwesen seiner Frau Brigitte
völlig auf der Strecke. Als man sie in den Bergen Kärntens tot auffindet,
wird von Weiden verhaftet, denn er hat ein starkes Motiv und kein glaubhaftes Alibi. Der ungeklärte Mord erhöht den immensen Druck, den seine
Arbeit ohnehin auf ihn ausübt. Unter dem immensen Druck bricht er zusammen. Nur Kommissar Sterz glaubt an seine Unschuld und begibt sich mit
seinem Team fieberhaft auf die Suche nach dem Täter…
„Ein atmosphärisch dichter Kriminalroman im Architektenmilieu, der zugleich tiefgründig menschliche Erosionsprozesse beleuchtet.

Vita Musik: Das Duo Lamorniana ist nach seinem Heimatort Lamorna in
einem so wunderschönen, wie abgelegenen Tal zwischen Penzance und Land’s
End im britischen Cornwall benannt.
RICARDA SCHMIDT, Bratsche und UTE WEICKENMEIER, Klavier, haben beide als
professionelle Musiker an Opernhäusern in ganz Deutschland gearbeitet,
Ricarda als stellvertretende Solobrat-schistin im Orchester und Ute als
Korrepetitorin; seit 2017 widmen sie sich gemeinsamer Kammermusik.
Mit einem Repertoire primär klassischer Musik spielt das Duo Lamorniana regelmäßig in West Penwith, z.B. in der Truro Cathedral, in Burgh
House, London und dieses Jahr erstmalig auch in Norddevon.
Im Dezember 2018 wurde die Konzertreihe Lamorna Proms gegründet, die ein
großer Erfolg wurde und nun jedes Jahr fortgesetzt wird, seit 2023 unter
dem Namen Lamorniana Proms.
Mehr Informationen und weitere Konzerte finden Sie unter http://www.duolamorniana.com
Vita Literatur: NORBERT WEICKENMEIER wurde 1956 in Offenbach/Main geboren. Nach dem Architekturstudium an der TH Darmstadt und erster Selbstständigkeit erfolgten architekturtheoretische, bauhistorische und
archäologische Studien in Italien und Griechenland, die er mit der Promotion zum Dr. Ing. abschloss. Nach fünfjähriger Assistentenzeit an der
THDarmstadt gründete er 1998 mit zwei Partnern das Architekturbüro WK+P
mit Aufträgen im In- und Ausland.
Neben einigen Preisen und Auszeichnungen wurden seine Arbeiten zuletzt
von der Akademie für Städtebau und Landesplanung 2023 in Berlin im Rahmen des Deutschen Städtebau-Preises prämiert, sowie im Februar 2025 in
Frankfurt vom Rat für Formgebung mit dem German Design Award.
Berufsbegleitend publizierte er als Autor und Mitherausgeber zu Themen
der Architektur, Baukultur und Bautechnik. „Architektur der Erosion“ ist
sein erster Roman. Er lebt mit seiner Frau in München und Meran.
Alte Mühle: Die „Alte Mühle“ von Rainer und Matthäus Schölzhorn ist mit
überaus engagierten Mitarbeiter:innen nicht nur eine sympathisch-familiär und ambitioniert geführte Buchhandlung im Zentrum der Stadt Meran,
sie ist seit Jahrzehnten auch ein Ort der Begegnung für Bücherfreunde,
ein Literaturhaus im Wortsinne, ja ein Ort der Kultur, der entgegen vielen heutigen Trends zum Lesen und zum selbstständigen Denken anstiftet .
Die Matinee in der City-Vinothek am 4. Mai 2025 ist nur eine von vielen
Veranstaltungen dieser Art.
Südtiroler Ärzte für die Welt: Die „Südtiroler Ärzte für die Welt“ ist
seit 2000 ein Zusammenschluss von Ärzten, Krankenschwestern und freiwilligen Helfern, deren Ziel es ist, Menschen in Notstands- und Armutsgebieten zu helfen.
Die im Rahmen der Matinee erbetenen Spenden dienen konkret der Erweiterung des Krankenhauses Attat in Äthiopien unter Leitung von Frau Dr.
Rita Schiffer und selbstloser Mitwirkung von Südtiroler Handwerkern.
Spenden gerne in die Spendenbox am Tresen der Vinothek oder per Überweisung an:
Südtiroler Volksbank, IBAN IT95 U 05856 11601 050570000333, BIC BPAAIT2B050, „Matinee Weickenmeier“
